Welche Reinigungsfehler bei der Spülmaschine die meisten machen

Die Spülmaschine reinigt sich doch quasi selbst – so denken viele. Heißes Wasser, Reinigungsmittel, regelmäßiger Betrieb. Was soll da schon schiefgehen? Ziemlich viel, wie sich herausstellt. Denn die häufigsten Geruchsprobleme bei Spülmaschinen entstehen nicht trotz Reinigung, sondern wegen falscher Reinigung.

Fehler 1: Nur das Sieb reinigen – und den Rest vergessen

Das Sieb ist der offensichtlichste Teil. Es ist sichtbar, leicht zugänglich und sammelt den größten Teil der groben Speisereste. Wer nur das Sieb reinigt, hat aber erst einen Bruchteil der relevanten Stellen abgedeckt.

Die Dichtung rund um die Tür wird von den meisten komplett ignoriert. Dabei sammelt sich dort in den Falten und Rillen über Wochen Feuchtigkeit, Fett und organische Rückstände – ideale Bedingungen für Geruch und Schimmelbildung. Ein feuchtes Tuch, einmal die Woche rund um die Dichtung geführt, verhindert das zuverlässig.

Ähnliches gilt für die Sprüharme. Ihre kleinen Öffnungen verstopfen mit der Zeit durch Kalkablagerungen und Fettreste. Das beeinträchtigt nicht nur die Reinigungsleistung, sondern kann auch zur Geruchsquelle werden.

Fehler 2: Den Reiniger falsch einsetzen

Spülmaschinenreiniger wird oft dann verwendet, wenn die Maschine bereits deutlich riecht. Das ist besser als gar nicht – aber eigentlich zu spät. Ein Spülmaschinenreiniger wirkt am besten als regelmäßige Wartungsmaßnahme, nicht als Notfalllösung.

Dazu kommt: Viele stellen den Reiniger einfach ins Besteckfach und starten das kürzeste Programm. Empfohlen wird aber in der Regel ein heißer, langer Durchlauf – damit der Reiniger genug Zeit und Temperatur hat, um Fett und Ablagerungen wirklich zu lösen. Ein 30-Minuten-Programm bei 50 °C bringt deutlich weniger als ein 90-Minuten-Lauf bei 65 °C oder höher.

Fehler 3: Die Maschine nach dem Spülen sofort schließen

Nach dem Spülgang ist der Innenraum heiß und feucht. Wer die Tür direkt schließt, verschließt diese Feuchtigkeit im Inneren. Sie kondensiert an den Wänden, an der Dichtung, im Siebbereich – und bleibt dort, bis die Maschine das nächste Mal geöffnet wird.

Tür nach dem Spülgang einen Spalt öffnen und die Maschine auslüften lassen. Das kostet nichts und macht einen messbaren Unterschied, besonders wenn die Maschine nicht täglich läuft.

Fehler 4: Selten benutzte Maschinen nicht extra reinigen

Wer die Spülmaschine über längere Zeit nicht benutzt – Urlaub, Abwesenheit, oder einfach weil wenig Geschirr anfällt – und sie dann einfach wieder startet, übersieht einen wichtigen Punkt: Stehendes Restwasser im Sumpf und angetrocknete Reste im Sieb entwickeln in dieser Zeit eigene Gerüche.

Vor einer längeren Pause lohnt es sich, die Maschine leer und heiß durchlaufen zu lassen. Nach einer Pause ebenfalls – bevor das erste Geschirr hineinkommt.

Fehler 5: Zu viel auf einmal reinigen wollen

Wer nach längerer Vernachlässigung versucht, alles auf einmal mit einem einzigen Reinigungsdurchlauf zu lösen, wird oft enttäuscht. Hartnäckige Ablagerungen, eingetrockneter Schmutz in der Dichtung und Fett im Ablaufbereich lösen sich nicht in einem Durchgang.

Besser: Erst mechanisch vorarbeiten – Sieb und Dichtung mit einer Bürste von Hand säubern – und dann den Reinigungslauf starten. In dieser Reihenfolge wirkt der Reiniger deutlich effektiver, weil die groben Ablagerungen bereits entfernt sind.

Reinigung funktioniert bei der Spülmaschine nicht anders als anderswo: Regelmäßig und richtig ist besser als selten und intensiv.