Die Empfehlung kursiert überall: Spülmaschine nach dem Spülgang einen Spalt offen lassen. Klingt simpel, fast zu simpel. Und viele fragen sich, ob das wirklich einen Unterschied macht – oder ob es einer dieser gut gemeinten Tipps ist, die in der Praxis kaum etwas bewirken.
Die kurze Antwort: Es macht tatsächlich einen Unterschied. Aber es kommt darauf an, wie und wann man lüftet – und was man sich davon erwartet.
Was beim Lüften passiert
Nach dem Spülgang ist der Innenraum der Maschine heiß und gesättigt mit Feuchtigkeit. Dieser Dampf enthält Geruchsstoffe aus dem Spülwasser – Fett, Speisereste, Reinigungsmittel. Wenn die Tür geschlossen bleibt, kondensiert dieser Dampf an den Innenwänden, der Dichtung und im Siebbereich. Die Geruchsstoffe setzen sich dort ab und bleiben.
Wer die Tür öffnet, lässt den Dampf abziehen. Die Feuchtigkeit verdunstet, die Geruchsstoffe verteilen sich in der Raumluft statt sich in der Maschine festzusetzen. Das Ergebnis: Die Maschine riecht beim nächsten Öffnen deutlich neutraler.
Wie weit und wie lange öffnen
Es braucht keine weit geöffnete Tür. Ein Spalt von wenigen Zentimetern reicht aus, damit Luft zirkulieren kann. Viele moderne Maschinen haben dafür sogar eine eingebaute Funktion – die Tür öffnet sich am Ende des Programms automatisch einen Spalt.
Wer das manuell macht: direkt nach dem Spülgang öffnen, nicht erst Stunden später. Der Dampf ist dann noch warm und zieht leichter ab. Zwanzig bis dreißig Minuten reichen in den meisten Fällen aus, danach kann die Tür wieder geschlossen werden.
Was Lüften allein nicht leistet
Lüften verhindert, dass sich Gerüche neu festsetzen. Es beseitigt keine Gerüche, die bereits in Dichtung, Sieb oder Ablaufschlauch sitzen. Wer eine Maschine hat, die bereits intensiv riecht, wird durch Lüften allein keine vollständige Verbesserung erzielen.
In diesem Fall ist Lüften der letzte Schritt – nach der mechanischen Reinigung von Sieb und Dichtung und einem Reinigungslauf mit einem Spülmaschinenreiniger. Danach sorgt regelmäßiges Lüften dafür, dass der frische Zustand länger anhält.
Lüften bei selten genutzten Maschinen
Wer die Maschine nicht täglich benutzt, profitiert besonders vom Lüften. Eine Maschine, die zwei oder drei Tage geschlossen steht, entwickelt deutlich schneller Standwassergeruch als eine, die nach jedem Spülgang kurz gelüftet wird.
Bei längerer Nichtbenutzung – Urlaub, längere Abwesenheit – lohnt es sich, die Tür einen kleinen Spalt offen zu lassen, solange die Maschine nicht läuft. So kann die Restfeuchtigkeit vollständig abtrocknen und es bildet sich kein Geruch durch stehendes Wasser.
Eine kleine Gewohnheit mit spürbarer Wirkung
Lüften ist keine Wunderlösung. Aber es ist die einfachste Gewohnheit mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Tür auf, kurz warten, Tür zu – das kostet nichts und verhindert zuverlässig, dass sich Gerüche in der Maschine aufbauen, die man später mit deutlich mehr Aufwand wieder loswird.
Wer alle anderen Maßnahmen bereits umsetzt und trotzdem gelegentlich einen leichten Geruch bemerkt, findet hier oft die letzte fehlende Stellschraube.